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Kräuter, Harze, Blumen räuchern – ja, aber wieso?

  • Autorenbild: sarahofstetter
    sarahofstetter
  • 15. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Räuchern ist eines jener Themen, das auf den ersten Blick esoterisch wirkt und auf den zweiten sehr praktisch ist. Denn Räuchern ist schlicht das Verbrennen von Pflanzenmaterial. Was dabei passiert, ist weder Magie noch Einbildung, sondern Chemie, Geschichte und Ritual gleichzeitig.

Ich räuchere regelmässig. Bevor ich eine Tattoo-Zeremonie vorbereite, wenn ich meinen Raum reinigen möchte, oder einfach weil der Duft von Weihrauch mich erdet. Und ich erlebe immer wieder, wie Menschen, die noch nie geräuchert haben, beim ersten Mal überrascht sind, wie viel ein Duft auslösen kann.


Das Wort "Parfüm" kommt vom Rauch

Bereits die Römer schickten ihre Bitten nach Gesundheit und anderen Belangen via "fumum" in Richtung Himmel. Aus "per fumum", durch den Rauch, wurde das Wort "Parfüm". Das sagt einiges darüber, wie tief das Räuchern in unserer Geschichte verankert ist.

Als das Feuer entdeckt wurde, war das wahrscheinlich auch der Auftakt zum Räuchern. Denn jedes Holz und dessen Harz hat seine eigenen aromatischen Düfte, die sich bei der Verbrennung intensivieren. Und bald merkten die Menschen: Verschiedene Gerüche haben verschiedene Wirkungen. Mancher Rauch wurde gegen Krankheiten eingesetzt, anderer bei bestimmten Stimmungen oder Ritualen.


Eine jahrtausendealte Geschichte

Im alten Ägypten, in Griechenland und in Rom wurde mit Räucherwaren gehandelt. Weihrauch und Myrrhe wurden über die berühmte Weihrauchstrasse von Afrika und Arabien nach Europa transportiert. Sie waren teuer, begehrt und bedeutungsvoll.

In Europa, wo wachsende Städte schlechte hygienische Verhältnisse mit sich brachten, wurde Räuchern auch zum Schutz vor Krankheiten eingesetzt. Sandelholz, Thymian, Wacholder, Lorbeer, Salbei und Rosmarin kamen damals in den sogenannten Pest- oder Angstrauch.

Und noch heute wird geräuchert. Der bekannteste Brauch ist der Weihrauch in der Kirche. Aber auch in vielen anderen Kulturen werden Räucherwaren zeremoniell eingesetzt, zu Samhain, zum Vollmond, zur Hochzeit, zur Geburt und zum Tod.

Das Räuchern begleitet den Menschen durch alle grossen Übergänge. Das ist kein Zufall.


Warum Räuchern wirklich etwas bewirkt

Beim Verbrennen von Kräutern, Harzen und Blüten werden Duftmoleküle freigesetzt, die über die Atemluft in den Organismus gelangen. Über die Sinneszellen werden Botschaften ans Gehirn gesendet, die dann ans parasympathische Nervensystem weitergeleitet werden, also genau den Teil, der für Ruhe und Regeneration zuständig ist. Das beeinflusst den Hormonhaushalt und mit ihm Gefühle, Stimmungen und das Erleben auf allen Ebenen.

Das ist also keine Einbildung. Der Körper reagiert auf Duft. Immer.


Was ist Räucherwerk überhaupt?

Räucherwerk nennt man alle Materialien, die beim Verbrennen gleichzeitig Rauch und Duftstoffe freisetzen. Harze, Kräuter, Blüten, Holzspäne. Grundsätzlich eignen sich besonders jene Pflanzenteile, die reich an ätherischen Ölen sind.


Die drei wichtigsten Methoden

Räuchern mit Kohle: Das Räucherwerk wird auf spezieller Räucherkohle verglimmt. Besonders für Harze geeignet, weil sie in der Gluthitze ihren Duft intensiv entfalten. Die Kohle kommt in ein feuerfestes Gefäss mit Sand als Hitzeschutz. Im mysoulflow Shop findest du dafür die passende Räucherkohle 33mm, den Räuchersand sowie den Räucherkelch aus Keramik.

Stövchen mit Sieb: Ähnlich wie eine Aromalampe, nur dass anstelle der Schale ein Sieb verwendet wird. Durch den Abstand zur Wärme des Teelichts verglimmt das Räucherwerk besonders sanft. Ideal für Kräutermischungen. Meine Räucherstövchen aus Keramik und Speckstein beispielsweise sind genau dafür gemacht, alle kommen mit Sieb.

Räucherkegel und Räucherstäbchen: An der Spitze angezündet, dann die Flamme ausgeblasen. Das Räucherwerk glimmt weiter und verbreitet seinen Duft. Gut für zwischendurch, ohne viel Aufwand.


Ein Wort zur Sicherheit

Räuchern niemals unbeaufsichtigt lassen. Immer eine feuerfeste Unterlage verwenden. Nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen räuchern. Und den Raum gut lüften danach.


Selber ausprobieren

Wenn du selbst mit dem Räuchern anfangen möchtest, ohne gleich alles wissen zu müssen, komm in meinen Räucherworkshop in Berneck. Dort lernst du die wichtigsten Kräuter, Harze und Mischungen kennen, kreierst deine eigene persönliche Räuchermischung und nimmst alles mit, was du für zuhause brauchst.

Oder stöbere direkt in den Moonshine Smudge Räuchermischungen, die ich selbst aus Kräutern, Blüten und Harzen von Hand mische. Jede Sorte ist einem Element zugeordnet und entfaltet ihre ganz eigene Wirkung.


Sara Hofstetter · mysoulflow · Berneck, Ostschweiz

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